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20 December 2016

Parkinson-Forschung ist so wichtig

Interview mit der Neurowissenschaftlerin und Ärztin Prof. Dr. Claudia Sommer

„Parkinson-Forschung ist so wichtig, weil so viele Menschen – und deren Angehörige! – betroffen sind.“

 

claudia-sommerProf. Dr. Claudia Sommer, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie sowie leitende Oberärztin der Neurologischen Klinik am Universitätsklinikum Würzburg, führt gemeinsam mit Prof. Dr. W. Oertel vom Universitätsklinikum Marburg und Dr. K. Doppler, Universitätsklinikum Würzburg, eine Studie zum Thema ‚Frühdiagnose des M. Parkin son aus der Haut‘ durch. Der ParkinsonFonds Deutschland wertet diese Studie als besonders förderungswürdig und fi nanziert sie mit 270.000 Euro, verteilt auf 3 Jahre.

Nachweis von Parkinson in der Haut

Grundstein der geplanten Studie ist die Erkenntnis vorheriger Studien, dass bei Patienten mit Morbus Parkinson das Protein phosphoryliertes Alpha-Synuclein leicht zugänglich in der Haut nachgewiesen werden kann. Dieser Forschungserfolg spielt laut Prof. Sommer eine sehr wichtige Rolle in der Entwicklung von Wegen zur Frühdiagnose: „Im Gehirn ist der Nachweis von Alpha-Synuclein-Ablagerungen beweisend für das Vorliegen eines Morbus Parkinson. Wenn wir es in der Haut nachweisen können, können wir die de nitive Diagnose des Morbus Parkinson stellen.“

Ziel: Frühdiagnose und frühzeitige Behandlung

In ihrer Studie untersucht sie mit ihren Kollegen, ob phosphoryliertes Alpha-Synuclein bereits in Frühstadien der Erkrankung oder in prämotorischen Stadien nachweisbar ist. „Die de nitive Diagnose im Frühstadium wird um so wichtiger, je mehr potenziell vorbeugende Medikamente entwickelt werden, bzw. Medikamente, die im Frühstadium die Erkrankung aufhalten können“, kündigt Prof. Sommer an. Auch für Nicht-Erkrankte hätte diese Entwicklung eine besondere Bedeutung, denn sobald Medikamente zur Vorbeugung zur Verfügung stehen, könne man Risikopatienten sehr früh entdecken und behandeln.

Weitere Patienten können teilnehmen

Die Studie  ndet an verschiedenen Standorten statt, zu denen die Patienten reisen, um unterschiedliche Untersuchungen durchführen zu lassen. Eine Teilstudie ist abgeschlossen, aber es wird weiter rekrutiert und neue Teilnehmer (Patienten mit Vorstufen der Erkrankung, z.B. der REM-Schlaf-Verhaltensstörungen oder mit Parkinson-Frühstadien) werden auch in der zweiten Jahreshälfte und in 2017 aufgenommen. Die teilnehmenden Patienten erhalten durch die Studie eine sehr gründliche Untersuchung.

Parkinson-Forschung so wichtig wie eh und je

Erfreulicherweise wird im Rahmen der Parkinson- Forschung auf diesem spannenden Gebiet derzeit sehr viel geforscht. Auch hat die Parkinson-Forschung bereits große Erfolge zu verbuchen: „Sicher war die Entdeckung der Therapiemöglichkeit mit L-Dopa und den Folgesubstanzen eine sehr große Errungenschaft – und, dass die Symptome mit Tiefer Hirnstimulation behandelbar sind.“ Doch gibt es noch immer keine Heilung und die verheerende Krankheit ist auf dem Vormarsch. Prof. Sommer warnt: „Parkinson- Forschung ist äußerst wichtig, weil so viele Menschen – und deren Angehörige! – betroffen sind. Und mit zunehmendem Lebensalter werden es immer mehr. Die Krankheit führt zu schwerer Behinderung, oft anfangs körperlich bei komplett wachem Geist, was sehr schwer zu ertragen ist.“

„Sehr gut: freundlich, kompetent, sachorientiert“

beschreibt Prof. Sommer die Zusammenarbeit mit dem ParkinsonFonds. Sie ist überzeugt, dass bei der Parkinson-Forschung nicht die Quantität zählt, sondern die Qualität. Deshalb  ndet sie es unverzichtbar für die Parkinson-Forschung, dass private Spender Organisation wie den PFD unterstützen, damit sie innovative Forschungsstudien auf schnellem Wege fördern können: „Nur so können auch kleine bis mittelgroße Projekte, die auf guten Ideen beruhen, rasch und unbürokratisch gefördert werden.“

Informiert und aktiv bleiben

Parkinson-Patienten emp ehlt Prof. Sommer: „Lassen Sie sich auf jeden Fall in einem ausgewiesenen Zentrum untersuchen, um über den aktuellen Stand von Diagnostik und Therapie informiert zu sein. Bleiben Sie immer selbst aktiv!“ “

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